Exerzitientermine 2009 / 2010

 

Herzliche Einladung zu den Exerzitien
mit Pfarrer Bernward Maria Weiß
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Zur Zeit liegen keine Exerzitientermine vor.
 

Was heißt Exerzitien machen?

Exerzitien machen heißt, in der Welt unseren Platz suchen und nach dem ausschauen wofür wir erschaffen worden sind. Alle Menschen suchen das Glück. Vieles auf der Welt ist Scheinglück, von dem das Sprichwort sagt: „Glück und Glas, wie leicht bricht das!“ In den Exerzitien suchen wir das Glück, das nicht bricht und nicht enttäuscht. Bei diesem Suchen helfen uns der Exerzitienmeister und das Licht aus der Höhe, der Heilige Geist. Exerzitien sind eine Erziehung des ganzen geistlichen Lebens, eine Hochschule, in der Gott und die Welt die Lehrer sind. Wer recht zuhört und lernt, findet das wahre Leben. Wenn wir die Menschen betrachten und schauen wie sie leben, welche Ziele sie haben und wie sie miteinander umgehen, dann muß man sich fragen, ob sie überhaupt wissen, wozu sie leben. Wer weiß wohl woher er kommt und wohin er geht. Eines ist doch ganz sicher: sobald ein Mensch gezeugt ist und sein Leben unter dem Herzen der Mutter begonnen hat, ist es sicher, daß er einmal sterben wird. Das können wir von jedem Menschen sagen. Jeder Mensch müßte also das größte Interesse daran haben zu wissen, wie  und wo es nach dem Leben weitergeht. Aber die wenigsten Menschen wollen daran denken. Und doch hat Gott, der uns aus dem Nichts ins Dasein gerufen hat, darüber belehrt, wozu wir leben und wie wir leben sollen, damit wir einmal zu Ihm heimkehren dürfen, um für alle Ewigkeit das Übermaß von Glück und Seligkeit zu genießen. Leider begnügen sich die meisten Menschen mit den Möglichkeiten des irdischen Genusses und spüren doch, daß sie hier nicht vollkommen glücklich werden können, denn auch die strotzenste Gesundheit geht über in Schwäche und Siechtum. Und was wir auch tun, unaufhaltsam gehen wir dem Tod entgegen und was dann kommt ist das Gericht und Himmel oder Hölle. Wer sich bemüht hat nach dem Willen Gottes, das heißt nach Seinen Geboten zu leben, der braucht das Gericht nicht zu fürchten. Unser Leben könnte so leicht gelingen, wenn wir unseren Glauben lieben und nach unserer heiligen Religion leben würden. Aber es ist nur eine kleine Zahl, die den Glauben wirklich liebt und danach lebt. Um den Glauben lieben zu können, genügt es, ihn zu kennen. Denn man liebt naturgemäß, was schön, gut und vollkommen ist. Was aber kann schöner, besser und vollkommener sein, als der heilige, katholische Glaube. Denn dieser Glaube ist die Gebrauchsanweisung für ein glückliches Leben für Zeit und Ewigkeit. Den Glauben leben, das ist vollkommenes menschliches und erfülltes Leben, das ist Heiligkeit!

Man betrachte die Menschen! Sie haben keine Augen, um dieses Wunderwerk des heiligen Glaubens zu betrachten. Es mangelt ihnen an Verstand, um darüber nachzudenken, welches vollkommene Glück der Mensch erlebt, wenn er aus dem Glauben lebt. Wie selten sind die Menschen, die im Hinblick auf die Ewigkeit leben. Die meisten kriechen wie die kleinen Babys mit Schnuller und Strampelhöschen auf der Erde herum. Ihr Glaube ist im Babyalter steckengeblieben. Der Schnuller der Täuschung ist ihr einziger Trost. Sie haben keine Augen für ihre ewige Bestimmung. Und anstatt ihre Vorteile für die ganze Ewigkeit zu betrachten, schauen sie nur auf die äußeren und vergänglichen Dinge dieser Welt. Welch eine Verblendung: sie vergessen Gott und erweisen ihm nicht die schuldige Ehre. Sie streben nach Gold, Silber, irdische Reichtümer, irdische Vergnügungen, irdische Ehren, irdischen Ruhm, aber die ewigen Schätze, der himmlischen Seligkeit, die himmlische Herrlichkeit interessiert sie nicht! Viele Menschen, handeln so! Manche glauben noch, daß sie ihre Religion ausüben. Wie machen sie es aber? Sie folgen ihrem Geschmack, ihren Neigungen, folgen dem Drang ihrer Leidenschaften. Viele beten, aber nur mit den Lippen, beten ohne Andacht, ohne Ehrfurcht und ohne Liebe zu Gott. Man betrachte sie einmal an heiliger Stätte!
Die Kirche ist ein Bethaus. Die Kirche ist der Wohnsitz Gottes, wo er leibhaftig zugegen ist. Sie ist der Ort, den Gott mit seiner Herrlichkeit erfüllt, wo die Engel zitternd kommen, um Ihn im Schweigen und tiefster Ehrfurcht anzubeten. Die Kirche ist der Ort, wo Jesus sich jeden Tag neu aufopfert zum Heil der Welt. Die Kirche ist der Ort der geistigen Wiedergeburt wo der Mensch den Leib und das Blut seines Schöpfers und Erlösers empfängt, der Ort der Ort, wo die Seele neue Kräfte sammelt, der Ort, wo der Mensch das Brot des göttlichen Wortes erhält, der Ort, wohin man ihn nach seinem Tod bringt, damit er den letzten Segen empfange. Die Kirche ist das Haus Gottes. Sie ist aber auch das Haus des Christen. Sie ist der Ort, wo sich die große Familie vereinigt, der Vater mit seinen Kindern. Wie betragen sich aber die meisten Menschen in der Kirche? Sie treten in sie ein, ohne sich zu fragen, wohin sie gehen, ohne sich zu fragen, wen sie dort besuchen, wem sie danken und verehren wollen. Sie sind zerstreut. Sie knien oder setzen sich gedankenlos, ohne Andacht nieder. Sie sprechen einige Gebete und das ist alles. Während sie an diesem Orte sind, ist ihr Geist keineswegs beschäftigt mit dem, was da vorgeht. Sie plaudern miteinander, beschäftigen sich mit ihren zeitlichen Angelegenheiten und während alles zu ihnen von der Ewigkeit spricht, denken sie nur an das zeitliche Leben. Sie glauben, die Pflichten ihrer Religion erfüllt zu haben, wenn sie am Sonntag dem Gottesdienste beiwohnen. Oft begnügen sie sich mit der Vorabendmesse, um schnell zwischen Abendessen und Bad die ihnen lästige Sonntagspflicht zu erledigen. Manche kommen nur, um sich sehen zu lassen, um ihre Freunde zu sehen, etwa wie man an einen Versammlungsort geht, um etwas Schönes zu hören oder aus Gewohnheit. Ihr Herz ist durchaus nicht gerührt. Wenn sie die heilige Stätte verlassen, gehen sie hin und überlassen sich ihren Spielen, ihren Zerstreuungen, ihren Unterhaltungen, und diese Zerstreuungen sind oft noch sündhaft. Übt man so seine Religion aus? Nein! Das ist nicht nur Gleichgültigkeit, das ist noch mehr, als gleichgültig sein, das heißt, seine Religion vergessen. Der Gottlose erhält am Tage der Ewigkeit, was er verdient, und was er verdient, ist die Hölle, was er verdient, ist der Zorn und der Fluch Gottes, dessen Wucht ihn zu Boden schmettern wird auf ewig. Die Ausübung der Religion ist die Anbetung und Verehrung, die von Herzen kommt und auf Gott ausgerichtet ist.. Gott wird sie wohlgefällig aufnehmen und dir dafür einen Lohn bereiten, der Seiner höchsten Herrlichkeit und unendlichen Freigebigkeit entspricht.