Ehe

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Die Fortpflanzung

Botschaft von Jesus an Mutter Carmela Mailand am 17. August 1968

Meine Tochter, Ich habe dir Erklärungen versprochen bezüglich der Einstellung einiger, ja vieler Christen, die das Sittengesetz, das Ich als Basis jeglichen Erdenlebens aufgestellt habe, nicht kennen oder in der Praxis nicht beobachten wollen.

Hier sind sie. Um Mein Gesetz beobachten zu können, muß man zwei Dinge anerkennen:

  1. Meine Existenz und jene des Vaters, die Wir die Welt regieren und sie erhalten, nachdem Wir sie erschaffen haben.

  2. Die Pflicht der Kinder, dem Vater zu gehorchen und Vertrauen zu Ihm zu haben.

Wenn du diese Grundwahrheiten nicht anerkennst, kannst du nicht weitergehen; aber mit Hilfe dieser Glaubenswahrheiten kannst du froh und vertrauensvoll leben, und alles wird gut gehen.

«Seid fruchtbar und mehret euch, erfüllet die Erde», war Mein Befehl, der nicht nur für jene Zeit galt, sondern für alle Jahrhunderte, und der immer noch Aktualität besitzt.

Die Schöpfung ist Werk Gottes und die Fortpflanzung ist Mitarbeit an der göttlichen Schöpfung. Deshalb wird nie eine menschliche Institution das Recht haben, Gesetze zu diktieren, die die Beobachtung Meiner Gesetze verhindern oder davon zu dispensieren.



Göttliche Einrichtung

Auch die Ehe ist Göttliche Institution, und ihre Gesetze sind unveränderlich. Die Unauflöslichkeit, die Einheit, die Treue in der Ehe sind Charakteristiken, die Gott ihr gegeben, und die nur Er ändern kann. So ist auch der Zweck der Ehe, für den sie geschaffen wurde, die Fortpflanzung.

Diese Dinge zerstören, bedeutet nichts anderes, als die Weitergabe des Lebens zu einem tierischen, gemeinen und für zu Hohem berufene Geschöpfe, wie der Mann und die Frau es sind, unwürdigen Akt erniedrigen.

Die Vereinigung zwischen Mann und Frau ist ein feierlicher Akt, der nicht in den Schmutz gezogen werden darf, da Gott selbst daran beteiligt ist. Wenn die Ehegatten die Größe ihrer Aufgabe erfaßten, wären sie darüber stolz und erfüllten ihre Pflichten mit Ehrfurcht und großer Freude.

Freilich, die moderne, mit Schmutz besudelte und mit immer neuen und größeren Ansprüchen behaftete Welt kann nicht an Fortpflanzung denken, denn dies würde Verzicht und Opfer bedeuten; das Gesetz der Enthaltung ist heute verkannt, indem man sagt, seine Beobachtung sei praktisch unmöglich und gesundheitsschädlich.

Aber die Wahrheit bleibt sich immer gleich, wie auch die Moral. Sie sind unwandelbar. Wenn du die Wahrheit änderst oder aufhebst, bist du im Irrtum; wenn du die Moral änderst, hast du die Unmoral; zwei Dinge, die Gott nicht zulassen kann.

Meine Kinder, zu viele Ansprüche haben sich zum Schaden des Familien- und des Gesellschaftslebens eingeschlichen; wären sie begrenzter, würden sie den Familienfrieden und die Freude der Gewissen wahren. Ein zügelloses Leben führen, in dem man dem Körper alles gewährt, ist für diesen schädlich, weil ja seine Gier nach Vergnügen unersättlich ist.



Das Gesetz der Enthaltsamkeit

Meine Kinder, das Gesetz der Enthaltsamkeit ist nicht den Gottgeweihten vorbehalten, sondern es ist ein allgemeines, unentbehrliches Gesetz, das den Menschen vom Tier und von der Bestie unterscheidet.

Wie viele Krankheiten weniger würden die Menschheit quälen bei weniger Ausschweifungen! Glaubt Mir, Kinder, die Sünde gebiert nicht nur den geistigen Tod, sondern auch moralische und physische übel, die den Menschen zum leiblichen Tode führen.

Vergeßt nicht, daß die Reinheit dem Menschen Achtung verschafft: Gott selbst gibt sich ihm zu erkennen, die Engel sehen ihn sich ähnlich und die Menschen fühlen ihn sich moralisch überlegen.

Und unter einem reinen Menschen verstehe Ich auch jenen, der die der Ehe eigenen Pflichten erfüllt und deren materiellen, moralischen und geistigen Folgen auf sich nimmt. Wie niemand ermächtigt werden kann, ein beginnendes Leben zu zerstören, so kann niemand ermächtigt werden, Gesetze zu ändern oder aufzuheben, die die Empfängnis, die Fruchtbarkeit und die Fortpflanzung regeln.

Vom ersten Augenblick der Empfängnis an hauche Ich die Seele in den Körper des Embryos ein, weshalb dessen Tötung der Zerstörung des Werkes Gottes gleichkommt.

Gesegnet seien jene Familien, wo der Glaube und das Vertrauen in Meine Vorsehung regiert, weil, - Ich verspreche es euch, und ihr selbst könnt es konstatieren, - diese die gesündesten, die blühendsten und die glücklichsten Familien sein werden.

Glaube und Vertrauen, und alles übrige kommt von selbst.



Die schönen patriarchalischen Familien

Gewiß erfordert eine große Familie auch große Opfer. Aber wer kann sagen, was die Ruhe des eigenen Gewissens wert ist? Wo sind die schönen patriarchalischen Familien, in welchen der Herr wohnt, wo Er geehrt, geliebt und wo Ihm gedient wird, und welche alles Gute von Ihm erhalten?

Meine Gegenwart heiligt ihre Seelen, die sich in der Übung des Glaubens und der Liebe vorbereiteten, die Opfer anzunehmen und ihre täglichen Pflichten zu erfüllen.

Meine Kinder, liebt den Herrn, und ihr werdet sehen, daß Er euch genügt; und eure materiellen Forderungen werden bescheidener sein; ein neues Leben in der Familie wird euch nicht erschrecken, ihr werdet es im Gegenteil mit Freude annehmen, damit die Schar der Heiligen größer und die Krone leuchtender werde für jene, die einem neuen Geschöpf das Leben gegeben haben.

Liebt den Herrn und alles wird leichter gehen. Er wird für eure Bedürfnisse sorgen. Er wird eurem Mahle vorstehen, nachdem Er euch Gesundheit und Arbeit gegeben und dadurch für den nötigen Unterhalt gesorgt hat. Er wird die Kinder hüten und wird die Besten erwählen als Hüter Seines Heiligtums und wird aus ihnen Seine intimen Freunde machen.

Der Tod der Eltern, die das alles beobachtet haben, wird gesegnet sein, und ihre Glorie in Gott wird darin bestehen, von ihren Kindern wie von einer Krone umgeben zu sein, weil Er nicht zulassen wird, daß sie sich verlieren.

Im übrigen wird Mein Urteil über jene Eltern, die Mich durch die Befolgung Meiner Gesetze geehrt haben, sehr wohlwollend sein, und sie werden eine besondere Herrlichkeit im Himmel gemessen.



Die modernen Familien

Sieh, Meine Tochter, das ist es, was den modernen Familien fehlt: der Glaube, der Gott inmitten von ihnen leben läßt, und die Liebe, die die Seelen reinigt und alle Glieder fähig macht, die einen für die andern sich zu opfern.

Unter den wunderbaren von Gott erschaffenen Dingen war eines der schönsten die Familie. Ich heiligte sie und als Ich den einfachen menschlichen Vertrag der Ehe zur Größe des Sakramentes erhob, gab Ich den Eheleuten die Würde, seine Spender zu sein mit der Fähigkeit, die Gnade zu vermehren bei jeder guten Tat, die eines der beiden zum Wohle des andern und der ganzen Familie vollbringt.

Wie selten sind jene Familien, die in Meiner Gnade leben!

Und doch ist die Ursache des ganzen geistigen und auch materiellen Ruins in den Familien die Existenz der Sünde und die Weigerung, ein Leben durchdrungen vom Göttlichen Leben zu leben.

Die Beobachtung der göttlichen und menschlichen Gesetze gäbe jenes Glück und jene Sicherheit, dank welchen die Gatten und ihre Kinder fähig wären, jedes Opfer zu bringen.

Es würden sich in den Familien jene goldlauteren Charaktere bilden, die sozusagen fähig wären, die Welt aus den Angeln zu heben, indem sie durch ihre Arbeit überall Gutes wirkten und allen Notleidenden Hilfe brächten. Während die Arbeit in den ungesunden Familien mit Verachtung betrachtet und mit Widerwillen angenommen wird, ist sie hingegen in den guten Familien gepriesen und als Gottesgeschenk begrüßt.

Auch wenn die Schwere der Arbeit eine Buße für die Sünde ist, ist die Arbeit als solche, welcher auch Ich, Maria und Mein Adoptivvater uns unterziehen wollten, geheiligt und ein kostbares Mittel der Wohlfahrt, der Freude und der Heiligung geworden.

Gesegnet seien die Familien, die die kurze Spanne Zeit des Lebens im Glauben, in der Liebe und in der Arbeitsamkeit verbringen; sie wird Glück und Frieden im irdischen Leben und ewige Herrlichkeit im Himmel einbringen.



Der Familiensegen von Pater Pio

Der Segen, den P. Pio dem jungen Ehepaar Licia und Settimio Manelli gespendet hatte, brachte nicht nur in 21 Kindern und 53 Enkelkindern reiche Frucht.

Die Eltern gingen gemeinsam so entschlossen den Weg der christlichen Vollkommenheit, daß im Januar 2009 für beide der Seligsprechungsprozeß eingeleitet wurde. Und einer ihrer Söhne, Stefano, ist Gründer der päpstlich anerkannten Ordensgemeinschaft der „Franziskaner der Immaculata“ die heute schon über 800 weibliche und männliche Mitglieder aus aller Welt zählt.

Settimio Manelli wurde am 25. April 1886 in Teramo, Italien, geboren. Seine Eltern kümmerten sich wohl darum, ihm eine sehr gute Allgemeinbildung zu ermöglichen, bis hin zum Studium italienischer Literatur und Jura, doch vom christlichen Glauben wußte er nur sehr wenig. Als 33-Jähriger lernte er eine Frau kennen, die sich als Satanistin entpuppte.

Immer öfter fühlte er sich in ihrer Gegenwart sehr unwohl und versuchte den Kontakt mit ihr zu meiden. Doch sie ließ ihn nicht gerne gehen, und so mußte er teuer „bezahlen". Er erzählt: „Diese Frau war im Besitz dämonischer Kräfte, die sie dazu gebrauchte, mich überall, wo ich mich aufhielt, auch auf Distanz, sowohl geistig als auch physisch zu quälen. Ich hatte keinen Frieden mehr. Manches Mal erlebte ich mich am Rande meiner psychischen Kräfte und hatte Angst, verrückt zu werden.

In meiner Not erinnerte ich mich an einen Kapuziner, von dessen außerordentlichen Gaben sie mir erzählt hatte, und entschloss mich, bei ihm Hilfe zu suchen.

So kam ich 1924 nach San Giovanni Rotondo und vertraute mich P. Pio an: 'Wenn Sie mir helfen, aus dieser Hölle herauszukommen, in der ich mich befinde, werde ich ein treuer Christ werden und fest zu Ihnen stehen.' Mit starker Stimme antwortete er: 'Ich werde dir immer nahe sein, daran darfst du nie zweifeln.' Nach der Hl. Beichte durfte ich kommunizieren, und mit einer nie gekannten Glut dankte ich Gott für dieses große Geschenk. In der Sakristei bestätigte er mir dann: 'Mit dieser Hl. Kommunion hast du eine Überfülle von Segen empfangen.'

Von diesem Tag an war Settimio einer der ersten geistigen Söhne P. Pios, der damals 35 Jahre alt war. Ganz in dessen Obhut begann er das Leben eines Christen, über den sein geistiger Vater einmal sagen wird: „Ein Christ, aus einem Guß, der das Evangelium wirklich lebt!“

Das ist meine Familie.“ Im Jahr 1926 heiratete der fast 40-jährige Settimio die 20 Jahre jüngere Licia Gualandrio aus Nembro (Bergamo). Natürlich wollte er für seine Ehe den besonderen Segen seines geliebten P. Pio empfangen. Deshalb ging ihre Hochzeitsreise nach San Giovanni Rotondo, wo Licia zum ersten Mal den heiligmäßigen Kapuziner traf. Sie erinnert sich: „Bei dieser ersten Begegnung segnete er uns und sagte meinem Mann, als er mit ihm allein war, die Anzahl unserer Kinder voraus: ,Ihr werdet mehr als 20 Kinder haben!' Am folgenden Tag nach meiner ersten Hl. Beichte bei P. Pio vertraute ich ihm inständig unsere Familie an. Er antwortete sanft, aber bestimmt: 'Und wie ich sie beschützen werde! Das ist meine Familie, sie zu beschützen und zu verteidigen, habe ich mir zur Pflicht gemacht.' So war es auch. Er erwies sich wirklich als Fürsprecher und geistiger Vater für diese Familie. Bei allen wichtigen Entscheidungen holte sich Vater Settimio bei ihm Rat. Und in sehr schwierigen Situationen konnte er immer auf P. Pios Hilfe zählen, wie etwa in den dreißiger Jahren, als er beinahe seine Stelle als Lehrer verloren hätte, weil er keinen Faschistenausweis hatte. Nur auf die Fürsprache des Kapuzinerpriesters hin konnte er seine Arbeitsstelle behalten, was für die wachsende Familie lebensnotwendig war.

P. Pio half dem Ehepaar, jedes seiner 21 Kinder als ein Geschenk Gottes, als Segen anzunehmen. Als sich Licia einmal niedergeschlagen von den täglichen Sorgen um die Familie an P. Pio wandte, antwortete er ihr: „Meine Tochter, vertrau nicht auf deine eigenen Kräfte. Ohne die Hilfe Gottes würdest du es nie schaffen, für eine so große Familie zu sorgen.“

Ohne die Hilfe Gottes würdest Du es nie schaffen, für eine so große Familie zu sorgen. Ja, die Hilfe Gottes erlebte die Familie des Öfteren ganz augenscheinlich, z. B. wenn eines der vielen Kinder schwerverletzt war oder aufgrund einer Krankheit im Sterben lag. „Mehr als einmal rettete P. Pio durch sein Gebet und seinen Segen unsere Kinder. Wir wurden Zeugen von Heilungswundern, für die auch die Ärzte keine Erklärung hatten", bezeugt Licia. Eines dieser Wunder durften sie bereits bei ihrem Erstgeborenen miterleben. Wenige Monate nach der Geburt zeigte sich eine Geschwulst am Kiefer des Babys, die sich täglich vergrößerte. Der Arzt erklärte den Eltern, daß es sich um einen bösartigen Tumor handle, der unheilbar sei und zur Erstickung führen würde. Als die Familie bei ihrem Sommeraufenhalt in San Giovanni Rotondo war, nahm Vater Settimio seinen Sohn mit in die Sakristei. Der Kleine lief sofort zu P. Pio, der das Köpfchen mit der Geschwulst in seine Hände nahm und es liebkoste. Einige Tage später bemerkten die Eltern, daß der Tumor verschwunden war. 1935 wurde Mama Licia Zeugin, wie ihre 17 Monate alte Tochter auf unerklärliche Weise geheilt wurde. Die Kleine war die Treppe hinuntergefallen und lag röchelnd und mit trüben Augen auf dem Boden. Auf dem Weg ins Krankenhaus rief Licia ununterbrochen die Gottesmutter und P. Pio um Hilfe an. Endlich im Sprechzimmer angelangt, brauchte es jedoch keinen Arzt mehr. Die Kleine setzte sich völlig unerwartet auf, atmete wieder ruhig und lächelte. Als Settimio einige Zeit später P. Pio für seine augenscheinliche Hilfe dankte, antwortete ihm dieser nur lächelnd: „Aber ihr wißt doch, es gibt jemanden, der sich um euch kümmert. "



Etwas vom Wertvollsten für unser Leben

Die ganze Familie hegte eine tiefe Liebe zu ihrem geistigen Vater, dem sie so viel verdankten. So verbrachten sie jedes Jahr einen Teil der langen Sommerferien in San Giovanni Rotondo. Pio, einer der Söhne, heute selbst Vater von neun Kindern, erinnert sich gerne an diese Zeit: „Es waren Tage intensiven geistlichen Lebens. Unser Tagesablauf hatte wenig mit einem Ferienprogramm nach herkömmlichen Vorstellungen zu tun. In den frühen Morgenstunden, als es noch dunkel war, gingen wir schon zur Kirche, denn um fünf Uhr begann die Hl. Messe mit P. Pio, die mindestens zwei Stunden dauerte. Nach einer kurzen Ruhepause zu Hause kehrten wir in die Kirche zurück, um P. Pio zu sehen, der zum Beichtehören herunterkam, denn jedes von uns Kindern wollte gerne die stigmatisierte Hand seines geistigen Vaters küssen. Und nach dem Rosenkranz am Nachmittag wollten wir natürlich dabei sein, wenn P. Pio gegen 18 Uhr den eucharistischen Segen gab. Der Höhepunkt des Tages aber war, wenn wir aus seinen Händen die Hl. Kommunion empfangen durften. So haben wir Kinder einen Sinn für das Heilige bekommen. Wir haben gelernt, daß es auf Erden heilige Menschen, heilige Handlungen, heilige Momente gibt. Für uns war P. Pio Jesus auf Erden, und sein Segen war etwas vom Wertvollsten für unser Leben."

Gnade für Kinder und Enkelkinder. Wir Kinder waren so sehr unter dem Schutz von P. Pio aufgewachsen, daß es für uns alle selbstverständlich war, seinen Rat auch bei der Wahl unseres Ehepartners zu erbitten", erklärte uns Pio. „Man kann sich vorstellen, mit welchen Gefühlen ich nach San Giovanni fuhr. Mit zitternden Knien zeigte ich P. Pio unsere Verlobungsringe. Er antwortete spontan: 'Sie ist eine gute Christin.' Dann legte er seine durchbohrte Hand auf meine Hand, segnete die Ringe und damit unsere Einheit.“ Erst 1968 lernte auch Anna Maria P. Pio kennen und empfing seinen Segen. Sie erzählte uns: „Wir hätten uns sehr gewünscht, von P. Pio getraut zu werden, doch leider verstarb er am 23. September 1968 kurz vor unserer Hochzeit. So vertrauten wir uns der liebevollen Führung von P. Stefano, dem leiblichen Bruder meines Mannes, an. Er half uns, eine christliche Familie zu gründen und neun Kindern das Leben zu schenken. Sieben unserer Kinder haben sich für ein gottgeweihtes Leben entschieden. Sicher verdanken wir das vor allem dem Rosenkranzgebet, das wir in der Familie immer gepflegt haben.

Aber es ist auch eine Frucht des Segens, der auf unseren Eltern und unserer Familie ruht und den wir immer treu bewahren und weitergeben wollten. Meine Schwiegermutter Licia schätzte den Segen so sehr, daß sie ihr Testament mit den Worten begann: „Liebe Kinder, ich segne euch!“

Quelle: Interwiev mit Pio und Anna Maria Manelli sowie die Bücher von P. Steiano M. Manelli: Mamma Licia" und von Settimio e Licia Manelli: Questa e la mia famiglia", erschienen in Casa Mariana Editrice, 1-83040 Frigento



Wie will Gott die Ehe

Wie soll eine christliche Ehe verwirklicht werden? Wie soll das Wesen der Ehe erfüllt werden? Hier ein Beispiel:

Da war ein junger Mann und ein junges Mädchen, die sich heiraten wollten. Natürlich sprachen sie auch über die Gestaltung ihres zukünftigen Ehelebens. Sie sprachen auch über das Beten. (Für die meisten jungen Leute ist das Beten etwas, worüber man nicht spricht. Das halten sie nicht für wichtig. Hauptsache, man ist jung, hat Geld und eine Wohnung, mehr braucht es ja nicht. Aber wer so denkt, der hat seine Ehe auf Sand gebaut, und es wird nicht lange dauern, schon beim ersten Sturm oder Hochwasser, da bricht das schöne Ehekartenhaus zusammen. Ohne Gebet kann auf Dauer nichts bestehen, denn: "An Gottes Segen ist alles gelegen!" Wenn sich zwei heiraten, dann sollten sie schon daran denken, zu welchem gemeinsamen Ziel sie unterwegs sind. Es geht doch um die Heiligung der Eheleute und ihrer Kinder, denn einmal muß jeder Mensch vor das Gericht Gottes und er muß Rechenschaft ablegen über sein ganzes Leben.) Diese beiden nun sprachen auch über ihr gemeinsames Leben und auch über das Gebet. So sagte das Mädchen zu dem Burschen: "Du, wenn wir verheiratet sind, dann wollen wir auch täglich den Rosenkranz beten." Ja", sagte er, "und wir werden noch ein Gesätz zusätzlich beten." "Und warum?" fragte das Mädchen. "Wir werden dieses Gesätz in der Meinung beten, daß, wenn Gott uns Kinder schenkt, doch eines davon den geistlichen Stand ergreifen möge." "Gut," sagte sie, "damit bin ich einverstanden."

So taten sie es auch und beteten jeden Tag den Rosenkranz. Die Kinder kamen. Sie wuchsen heran und beteten den Rosenkranz mit. Eines Tages bemerkten sie, daß in anderen Familien der Rosenkranz nur fünf Gesätze hatte, und in ihrer Familie immer noch ein sechstes Gesätz in einer 'besonderen Meinung' angehängt wurde, die keines der Kinder kannte. Die Eltern sagten auch nichts über die 'besondere Meinung.' So vergingen die Jahre, und eines Tages legte sich der Vater zum Sterben nieder. Er rief alle seine Kinder zusammen, um von ihnen Abschied zu nehmen. Als sie alle um sein Sterbebett versammelt waren, sagte er zu ihnen: "Meine lieben Kinder, heute, wo ich von dieser Welt und von euch scheiden muß, will ich euch noch das Geheimnis des sechsten Rosenkranzgesätzes offenbaren." Und er erzählte ihnen alles, so wie sie es sich vorgenommen und getan hatten.

Dann sagte der Vater: "Und nun seht selbst, welche Gnaden wir mit diesem Rosenkranzgesätz in 'besonderer Meinung' von Gott erbetet haben: Es stehen nun an meinem Sterbelager drei Priester, zwei Ordensfrauen und eine tüchtige Mutter, die auch schon sechs Kinder hat. Ich kann nun ruhig sterben und brauche mich vor dem Gericht Gottes nicht zu fürchten. Wir haben uns ein ganzes Leben lang darum bemüht, so zu leben, wie es Gottes heiliger Wille ist und wie wir es am Traualtar versprochen haben."